Stressbewältigung durch Achtsamkeit (MBSR)

MBSR - Body Scan – MBSR-Body-Scan als Basis-Übung aller Achtsamkeitsübungen!



MBSR Body Scan

Lebendige Erfahrungen der eigenen Körperlichkeit und mit der eigenen Körperlichkeit

Der MBSR-Bodyscan ist die Basis-Übung für alle MBSR-Achtsamkeitsübungen. Er ist keine Entspannungsübung. Fühlen wir uns danach entspannt, dann ist das gut so. Der MBSR-Bodyscan dient der Formung unseres Bewusstseins, dem Training der Konzentrationsfähigkeit unseres Geistes, unseres Bewusstseins. Durch dieses Training der Konzentration im MBSR-Bodyscan initiieren wir und unterstützen immer wieder, dass Entdecken des eigenen Körpers, das Bewusstmachen der Einheit von Körper und Geist, das In-Verbindung-sein und die Wechselwirkung von Körper und Geist.

Ein solches Entwicklungstraining ist nicht immer nur schön. Da unsere Gedanken ständig stiften gehen und ausbüxen, sind manches Mal (erhebliche) Anstrengungen notwendig bei sich zu bleiben. Schon unsere Altvordern wussten: ‚du bist ja ganz außer dir – komm erst einmal zurück zu dir‘. Also der Ausgangspunkt ist nicht neu. Der MBSR-Bodyscan nimmt diese Herausforderung systematisch ins Visier.

Mit dem MBSR-Bodyscan nutzen wird die Signale/Informationen der Körper-Innen-Wahrnehmung (Interozeption), der Wahrnehmung von Vorgängen im Körperinnern, d. h. die Möglichkeit der Aufnahme von Reizen des gesamten Bewegungsapparates und der Organe bzw. der Organfunktionen. Diese Signale/Informationen werden aus unserem eigenen Körper und über unseren eigenen Körper durch das Afferenzen-System (Gesamtheit aller von der Peripherie zum Zentralnervensystem laufenden Nervenfasern) wahrgenommen, körperliche Veränderungen werden (zum Teil) bewusstseinsfähig gemacht (Wahrnehmung generell immer nur von Zustandsänderungen).

Mit dem MBSR-Bodyscan nehmen wir uns Zeit für eine tiefe Begegnung mit uns selbst, öffnen uns dem Potential innerer Stärke und Heilung und machen Erfahrungen mit unserer inneren Stärke und unserer inneren Heilung.

Wie mit einem Lichtstrahl tasten wir die verschiedenen Regionen unseres Körpers systematisch ab und üben, unseren Körper, alle Empfindungen und Gedanken, welche aufkommen mit einer wachen, interessierten und vor allem mit einer annehmenden inneren Haltung zu erkunden. Wie ein Forscher tasten wir unseren Körper ab und erfassen unseren Körper gedanklich, gefühlsmäßig und intuitiv (vgl. Lichtstrahl des Laser-Scanners) ohne darüber nachzudenken.

Während des gesamten Prozesses atmen wir in der für uns natürlichen Art und Weise und üben mit der Absicht, wach zu werden und zu bleiben. Auch wenn die liegende Position dazu einlädt einzuschlafen. Falls wir mal wegdriften und wieder aufwachen, scannen wir mit der Energie der Achtsamkeit den Teil des Körpers, über den gerade gesprochen wird.

Unsere Aufmerksamkeit können wir immer wieder auf den gegenwärtigen Moment richten, auch wenn wir gerade mal weg waren. Dies ist eine wichtige menschliche geistige Fähigkeit in der Praxis der Achtsamkeit. Neugierig und aufmerksam sind wir ohne uns zu sehr anzustrengen: Wir erlauben uns zu fühlen, was wir gerade fühlen. Wenn an einer Körperstelle Schmerzen oder Verspannungen zu fühlen sind, versuchen wir diese mit der gleichen offenen Aufmerksamkeit wahrzunehmen wie andere Empfindungen auch. Für einen Moment wenden wir uns dieser aktuellen Empfindung zu, gehen sobald wie möglich ganz sanft weiter. Alle Empfindungen ohne Erwartung, ohne Bewertung anzunehmen, üben wir. Sollten wir doch mal bewerten, stellen wir dies einfach nur fest: Diese unsere Feststellung bedeutet schon achtsam zu sein.

(Körper-) Empfindungen, Gedanken und Gefühle sind nicht richtig oder falsch. Sie sind, wie sie sind. Wir nehmen einfach wahr, welche Art von Empfindungen, Gefühle und Gedanken im aktuellen Augenblick aufsteigen und in unser Bewusstsein gelangen. Wir schließen keine Empfindung aus und fügen keine hinzu. Manchmal ist keine Empfindung da, dann nehmen wir dieses Nicht-da-sein einer Empfindung wahr, denn auch das ist eine achtsame Haltung.

Wir sind in diesem Moment, genau der Mensch, welcher wir sind. Alles, was ist, darf sein, wie es ist. Wir lassen alle kritischen Gedanken los und folgen – so gut wir können – den Worten, welche wir hören und erlauben uns zu fühlen, was immer wir fühlen.

Bei regelmäßiger und kontinuierlicher Praxis des Abtastens unseres Körpers mit dem Lichtstrahl der Achtsamkeit, wird uns unser Körper immer vertrauter und wir lernen einen neuen und anderen Umgang mit unserem Körper. Bei regelmäßigem und kontinuierlichem MBSR-Bodyscan hat dieser eine aktive und kraftvolle Wirkung auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Vielleicht fragen wir uns: was ist das, was wir unseren Körper nennen? – Wir öffnen uns einen Raum (eine Weite), in welchem unser Körper sich uns selbst erklärt, ein Raum, in welchem unser Körper uns seine Weisheit mitteilt, eine Weisheit jenseits von Worten, jenseits von Begriffen. Wir entscheiden uns für die Erfahrung dessen, was HIER und JETZT vor sich geht und werden uns bewusst, welches die Botschaften unseres Körpers sind, wir lernen sie zu verstehen und heilsam einzusetzen. Auf diese Weise wird unser Körper mehr und mehr zu unserem Frühwarnsystem für anstehende Veränderungen.

Auf alle Ereignisse unseres Lebens – die freudigen wie die traurigen – hat unser Körper eine Antwort: Schmetterlinge im Bauch (die Hormone tanzen Tango), das sprichwörtliche flaue Gefühl im Magen, die Tränen im Fall der Trauer, etc. Die Liste solcher psychosomatischer Reaktionen lässt sich (endlos) fortsetzen. Mir geht es hier nicht um diese zum Volksvorurteil gewordenen Körperwahrnehmungen.

Viele nicht-sichtbaren Anzeichen für körperlicher „Veränderungen“ – hier ein Zucken dort ein unbedeutender Schmerz – liegen tiefer (biologische Intelligenz) und sind als solche nicht sogleich als wichtige Hinweise einzuordnen. Menschen, welche regelmäßig und kontinuierlich den MBSR Bodyscan praktizieren, reagieren schneller und werden auf diese Weise widerstandsfähiger. Die nicht sichtbaren Anzeichen der „Veränderungen“ – das zeigen bildgebende Verfahren des menschlichen Gehirns – werden von unserem Körper intuitiv verarbeitet ehe sie sich z. B. zu einem Orkan der Gefühle auswachsen können.

Im Hintergrund bleiben wir mit dem Atmen unseres Körpers verbunden. Das Atmen ist unser Ort des sicheren Rückzugs, Gedanken, Gefühle und Empfindungen jedweder Art können uns hier nichts anhaben. Durch bewusstes Atmen (siehe Delphin-Atmung) nehmen wir Schlacken und Giftstoffe sozusagen auf den Luftstrom transportieren aus dem Körper – abwechseln durch das (gedachte) Atemloch auf dem höchsten Punkt unseres Kopfes bzw. durch unsere Fußsohlen. Diese Entgiftung unserer Energiebahnen erzeugt eine pulsierende Frische in unserem Körper, unterstützt unser positives mentales Tun im Alltag.

Immer mehr ruhen wir in uns selbst, werden gelassen durch das Lassen wie es ist.

Wir wählen uns eine Zeit, in welcher wir für ca. 20 Min. ungestört bleiben und richten uns in einem angenehmen und vor allem geschützten Raum ein und tragen bequeme lockere Kleidung. In Rückenlage legen wir uns auf eine Matte, auf eine dicke Decke oder auf unser Bett. Die körperliche Haltung ist nicht entscheidend. Wichtig ist das Kultivieren einer inneren Haltung von Wachheit und gleichzeitig Freundlichkeit uns selbst gegenüber.

Allen Menschen, welche an MBSR interessiert sind, bitte ich den hier platzierten Audio-Datensatz (20 Minuten) – eine Kurzform des MBSR-Bodyscan, welcher Kurteilnehmen zu Verfügung gestellt wird – als möglich Einstimmung auf einen MBSR-Kurs anzuhören.